Was war alles Bückware in der DDR?

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Re: Was war alles Bückware in der DDR?

Beitragvon birgit133 » So 13. Apr 2014, 21:46

Hallo melde mich auch mal zu Wort.
An Bückdichware gab es so einiges.Besonders bevor es die Delicat-läden gab.
- ungarische Salami
- Lachsschinken
- Schweine -lendchen
- Schmalzfleisch i. Dosen
- Lachs geräuchert
- Ananas u. Pfirsiche egal ob Konserve oder frisch
- Bananen

Ich kann mich aber noch dran erinnern ,ich war noch ein Knirps u. Ulbricht war noch an der Macht.
Da gab es Monchrie u. Ananasfrüchte im Konsum. Aber bei einem Preis von 12 Mark für einen Kasten Moncherie oder eine Ananas schon sehr teuer.
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Re: Was war alles Bückware in der DDR?

Beitragvon nette-potsdamerin » Fr 13. Feb 2015, 04:47

Hallo,

ich glaube, da müßte man schon dazu schreiben, von welchem Zeitraum und welchem Ort man spricht. Denn irgendwie muss die Versorgung von Region zu Region sehr unterschiedlich gewesen sein.
Ich kann mich nämlich nicht erinnern, dass Negerküsse, Ketchup, Kukoreis, Schmalzfleisch oder Pfirsich in Dosen sogenannte Bückware gewesen sind. Manche Sachen waren zwar schneller vergriffen als andere. Aber bevor ich z. B. unseren Ketchup aufgebraucht hatte, gab es schon wieder neuen. Und Korflakes gab es immer. Aber die haben uns gar nicht geschmeckt, weil sie kaum gesüßt waren.

In der 80ern in Potsdam

Nudossi gab es sehr schwer.
Luftballons waren schnell vergriffen. Und da mußte man auch immer wieder gucken.
Eine Sorte Babybrei - Kartoffeln m. Spinat und Ei - war eine zeitlang schwerer zu kriegen.
Mußte ich dann selber kochen :x , was meiner Tochter aber viel besser geschmeckt hat. :D
Grillfleisch in den Sommermonaten hat man besser vorbestellt.
H-Milch in diesen 3eckigen Tüten hat meine Tante manchmal aus Berlin mitgebracht.

Aber das waren alles keine lebenswichtigen Dinge.
Und wenn man dann doch was von den Sachen ergattern konnte, war das immer so ein schönes Erfolgserlebnis.
Ich habe mich nie geärgert, wenn es was nicht gab, immer nur riesig gefreut, wenn ich es dann doch hatte.
Ehrlich gesagt, fehlt mir das irgendwie.
In einem Laden hatte ich eigentlich mehr zum Spaß mal immer wieder nach Nudossi gefragt. Gab's natürlich nicht.
Und dann hatte ich es auch schon vergessen, als die Verkäuferin mich plötzlich ansprach: "Ich hab da was für sie." Ich wußte erst gar nicht, was sie meint. "Na für ihre Kinder. Sie sind doch die Mutti, die immer gefragt hat?" Und dann holte sie von hinten eine Tüte, reichte sie mir und legte dabei den Zeigefinger auf den Mund. "Aber pssst." Als ich aus dem Laden kam, hab ich erst mal in die Tüte geschaut. Da waren 3 Dosen Nudossi drin. Mit Tränen in den Augen bin ich noch mal zurück in den Laden und hab noch schnell Danke gerufen. Die Verkäuferin hat sich genauso gefreut wie ich. Diese Erlebnisse fehlen mir.

LG Moni
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Was war alles Bückware in der DDR?

Beitragvon Dessauer » Fr 13. Feb 2015, 09:01

Einmal eine kleine Episode:

Ca. 1983-85, ich wohnte in Halle, Neubau, Zweitbezug, hatte ich von der HWG (Hallesche Wohnungs Gesellschaft) eine Bezugsschein zum Erwerb eines Elektroherdes bekommen. Ein Herd gehörte zur Wohnung und wurde durch den Vermieter ersetzt oder bezahlt. Beim Abholen des Scheines lächelte mich die Angestellte an und meinte Zynisch: „Viel Spaß beim Kaufen. Das Kontingent im Bezirk Halle ist für dieses Jahr aufgebraucht.“ Das war im Frühjahr.
Eine Woche später präsentierte ich ihr die Rechnung. Sie fragte verdutzt wo ich ihn denn her hatte? Ich war dienstlich mit dem LKW in Berlin und in einem Laden gab es welche. Das war da wo die U-Bahn überirdisch fährt (Straße weiß ich nicht mehr). So unterschiedlich war die Belieferung der einzelnen Bezirke.

So war das mit vielen Dingen. Berlin-Fahrer bekamen immer einen Bestellzettel von den Kollegen mit: dreieckige Tüten H-Milch gab es nur in Berlin. Ebenso kleine Würste, vergleichbar mit der heutigen Leber- oder Mettwurst aus dem Supermarkt (100 Gramm- 99 Ct.)
Spee-Zymat, Frühkartoffeln und Export-Bier, alles wurde nach Berlin geliefert und in die Bezirke privat ausgeführt.
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Re: Was war alles Bückware in der DDR?

Beitragvon heikchen67 » Do 16. Apr 2015, 18:39

Hallo,

ich habe ja zu DDR Zeiten Verkäuferin gelernt und bis zur Wende beim KONSUM gearbeitet. In den letzten Jahren gabe immer wieder einige Produkte die schwer zu beschaffen waren. Es gab bei uns ( Thüringen) eine Zeit mal keinen Senf oder Gewürze. Ketchup oder Bockwurst im Glas waren auch sehr selten. Zu Weihnachtgen gab es immer viel zu wenig Backzutaten, wie Nüsse, Kokosraspeln oder Zitronat. Auch bestimmte Schokoladensorten oder Pralinen waren eher selten. Es war aber nie so das es gar nichts gab und mal ganz ehrlich wie hat man sich über ein seltenes Produkt gefreut, wenn man es dann mal erwischt hatte.

Heikchen 67
Wer bin Ich und wenn ja wie viele ???
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Re: Was war alles Bückware in der DDR?

Beitragvon katze » Do 16. Apr 2015, 18:40

Da konnte man sich noch drüber freuen. Stimmt Heike.
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Re: Was war alles Bückware in der DDR?

Beitragvon Freddie » Sa 18. Apr 2015, 09:44

Soll ich euch mal was sagen!
Heute gibt es genau so viele Bückware wie früher. Wir waren neulich einkaufen und wie es der Zufall will habe ich die meisten Waren aus den unteren Regalreihen nehmen müssen. Na das war vielleicht eine Quälerei, das ständige bücken!!! Bild
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