DDR Chronik von 1949 - 1990

1971

{ PERMANENT_LINK }Geschrieben von admin am Do 23. Jan 2014, 16:56


DDR-Chronik - Das Jahr 1971

Am 1. Januar werden die Ergebnisse der Volks-, Berufs-, Wohnraum und Gebäudezählung veröffentlicht: Die DDR hat zum Stichtag 17.053.699 Einwohner. Am 29. Januar erfolgt ein Ministerratsbeschluss über sozialpolitische Maßnahmen. Das sind unter anderem Preissenkungen für verschiedene Textilien und andere Industriewaren und Verbesserungen im Sozialversicherungswesen. Der Telefonverkehr zwischen Ost- und West-Berlin wird am 31. Januar wieder aufgenommen.

Am 1. Februar werden Grundlöhne und Mindestrenten erhöht. An den Tagen 24./25. Februar findet ein Briefwechsel zwischen dem Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, Willi Stoph, und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin (West), Klaus Schütz, über die Aufnahme von Verhandlungen statt.

Die DDR und Chile nehmen am 16. März diplomatische Beziehungen auf; inzwischen haben 28 Staaten die DDR diplomatisch anerkannt.

Auf der 16. Tagung des Zentralkomitee der SED am 3. Mai wird Erich Honecker als Nachfolger von Walter Ulbricht zum ersten Sekretär des ZK der SED gewählt. Er löst den „aus Altersgründen“ zurückgetretenen Ulbricht ab. Die Schauspielerin und Witwe von Bertolt Brecht, Helene Weigel (* 12. Mai 1900), stirbt am 6. Mai in Berlin.

Vom 15. bis 19. Juni findet der VIII. Parteitag der SED statt. Er formuliert als neue Hauptaufgabe „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ und verabschiedet die Direktive für den Fünfjahrplan1971–1975. Die Volkskammer wählt Erich Honecker am 24. Juni zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates der DDR.

Am 5. August kommt es zu Gesprächen zwischen Erich Honecker, Leonid Iljitsch Breschnew und Nikolai W. Podgorny über „Vervollkommnung und Vertiefung der Zusammenarbeit“ zwischen der DDR und der UdSSR.

Am 17. August heißt es im Teilbericht über die taktische Erprobung der Splittermine SM-70 (Selbstschussanlage) (VVS-Nr. G/079675): „Die Splitterwirkung an den beschossenen Wildarten: Reh-, Schwarz und Federwild lässt den sicheren Schluss zu, dass durch SM-70 geschädigte Grenzverletzer tödliche bzw. so schwere Verletzungen aufweisen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, den Sperrzaun zu überwinden.“

Am 3. September unterzeichnen die Botschafter der USA, der UdSSR, Großbritanniens und Frankreichs das Viermächteabkommen über Berlin. Vom 18. bis zum 20. September weilt eine Partei- und Regierungsdelegation der DDR unter der Leitung von Erich Honecker in Polen. Es kommt zu einem Beschluss über pass- und visafreien Reiseverkehr zwischen der DDR und Polen. Am 30. September wird ein Protokoll über Postverhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnet. Es kommt zu Verbesserungen im innerdeutschen Postverkehr.

Ein Ministerratsbeschluss über die Förderung des privaten Wohnungsbaus ab 1972 wird am 21. Oktober veröffentlicht.

Am 14. November finden Wahlen zur Volkskammer und zu den Bezirkstagen statt. Offiziell werden 99,85 % der Stimmen für die Kandidaten der Nationalen Front abgegeben. Das ZK der SED und der Ministerrat beschließen am 18. November einen Preisstopp für Konsumgüter und Dienstleistungen bis 1975. Am 26. November findet die konstituierende Sitzung der Volkskammer statt.Vorsitzender des Staatsrates ist Walter Ulbricht, Vorsitzender des Ministerrates Willi Stoph.

Der Staatssekretär im Bundeskanzleramt der Bundesrepublik Egon Bahr und der Staatssekretär beim Ministerrat der DDR Michael Kohl unterzeichnen 17. Dezember das Abkommen über den Transitverkehr zwischen beiden deutschen Staaten. Die Volkskammer verabschiedet am 20. Dezember ein Gesetz über den Fünfjahrplan 1971 bis 1975.

Eine Vereinbarung zwischen dem Senat von West-Berlin und der DDR über Reise- und Besucherverkehr sowie über Gebietsaustausch wird unterzeichnet.


Quelle: wikipedia.de
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de


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