DDR Chronik von 1949 - 1990

1976

{ PERMANENT_LINK }Geschrieben von admin am Do 23. Jan 2014, 17:41


DDR-Chronik - Das Jahr 1976

Ein Post- und Fernmeldeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wird am 30. März unterzeichnet.

Am 23. April wird der „Palast der Republik“ am Marx-Engels-Platz (heute wieder: Schlossplatz) im Zentrum von Berlin, Hauptstadt der DDR (Ost-Berlin), feierlich eröffnet.

Ein Konsularabkommen zwischen der DDR und Großbritannien wird am 4. Mai in Ost-Berlin unterzeichnet.

Vom 18. bis 22. Mai tagt der IX. Parteitag der SED im Palast der Republik. Die Delegierten beschließen ein neues Programm und ein verändertes Statut. Erich Honecker nimmt den Titel „Generalsekretär“ an.

Das ZK der SED, der Bundesvorstand des FDGB und der Ministerrat beschließen am 27. Mai gemeinsam über weitere sozialpolitische Maßnahmen. Unter anderem werden die Mindestlöhne und die Mindestrenten erhöht und Maßnahmen zur Förderung berufstätiger Mütter getroffen.

Am 24. Juni beschließt die Volkskammer, alle Volksvertretungen künftig für die Dauer von fünf statt wie bisher vier Jahren zu wählen. Das aktive und passive Wahlalter sinkt von 21 auf 18 Jahre.

Am 29./30. Juni findet in Ost-Berlin eine Konferenz der kommunistischen Arbeiterparteien Europas statt. Unter den 29 teilnehmenden Parteien befinden sich auch die italienische und die spanische kommunistische Partei, die für den Eurokommunismus eintreten. Das Neue Deutschland, die Parteizeitung der SED, druckt ihre Stellungnahmen im Wortlaut ab.

Der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) hält vom 7. bis 9. Juli seine 30. Tagung in Ost-Berlin ab. Es werden unter anderem die Beziehungen zur EWG beraten.

Am 10. Juli bildet sich in Riesa auf Initiative des Arztes Karl Heinz Nitschke eine „Bürgerrechtsinitiative“, die unter Berufung auf die Menschenrechte und die KSZE-Schlussakte die Erteilung von Ausreisegenehmigungen fordert.

Bei den Olympischen Sommerspielen vom 17. Juli bis 1. August in Montreal belegt die DDR in der inoffiziellen Medaillenwertung hinter der UdSSR und vor den USA den zweiten, die Bundesrepublik Deutschland den vierten Platz.

Pfarrer Oskar Brüsewitz zündet sich am 18. August als Fanal auf dem Platz vor der Michaeliskirche in Zeitz an und klagt die DDR-Schulpolitik an. Nachdem die SED ihn öffentlich diffamiert, kommt es zu Solidaritätsbekundungen innerhalb und außerhalb der Kirchen (u.a. Bettina Wegner und Wolf Biermann).

Bei den Wahlen zur Volkskammer und zu den Bezirkstagen am 17. Oktober stimmen laut offiziellen Angaben 99,86 % für die Einheitsliste der Nationalen Front.

Am 26. Oktober wird die Berliner Ordinarienkonferenz durch Dekret des Heiligen Stuhls zu einer von der Fuldaer Bischofskonferenz unabhängigen Berliner Bischofskonferenz.

Die konstituierende Sitzung der Volkskammer wählt am 29. Oktober Willi Stoph zum neuen Vorsitzenden des Ministerrates und Erich Honecker zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates. Gleichzeitig löst Honecker Stoph als Vorsitzender des Staatsrates ab. Horst Sindermann wird Präsident der Volkskammer.

Am 16. November wird der Liedermacher Wolf Biermann ausgebürgert. Er befindet sich gerade auf einer Konzertreise durch die Bundesrepublik Deutschland, als ihm die Rückkehr in die DDR untersagt wird. Bis zum 21. November solidarisieren sich zahlreiche DDR-Intellektuelle mit Biermann. Es kommt zu Verhaftungen (u. a. Jürgen Fuchs). In der DDR-Presse werden Zustimmungserklärungen zu Biermanns Ausbürgerung abgedruckt.

Am 26. November wird Robert Havemann unter Hausarrest gestellt.


Quelle: wikipedia.de
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de


Wer ist online?

Mitglieder: Ahrefs [Bot], Bing [Bot], Bing Preview [Bot], CommonCrawl [Bot], Google Adsense [Bot], Majestic-12 [Bot], Proximic [Bot], Sogou [Spider], Yahoo [Bot]