DDR Chronik von 1949 - 1990

1952

{ PERMANENT_LINK }Geschrieben von admin am Mi 22. Jan 2014, 19:54


DDR-Chronik - Das Jahr 1952

Die Volkskammer verabschiedet am 9. Januar ein Gesetz für freie Wahlen zu einer gesamtdeutschen Nationalversammlung. Am 15. Januar verweigert die DDR-Regierung einer UN-Kontrollkommission, die die Voraussetzungen für freie Wahlen überprüfen soll, die Einreise.

Am 3. Februar wird der Grundstein für die ersten neuen Wohngebäude an der Stalinallee in Ost-Berlin gelegt. Chefarchitekt ist Hermann Henselmann.

Die erste „Stalin-Note“ der Sowjetunion vom 10. März an die drei Westmächte Frankreich, Großbritannien und die USA enthält die Forderung nach einem neutralen einheitlichen Deutschland. Sie wird von den Westmächten am 25. März als Störmanöver gegen die Westintegration der Bundesrepublik Deutschland abgelehnt. Die Westmächte fordern im Gegenzug freie Wahlen unter UN-Aufsicht. In der zweiten Stalin-Note vom 9. April erklärt sich die Sowjetunion zu freien gesamtdeutschen Wahlen bereit unter der Bedingung, dass die Wahlen nicht unter UN-, sondern unter Viermächte-Kontrolle stattfinden. Außerdem bietet sie einen Friedensvertrag an. Die Westmächte lehnen die zweite Stalin-Note am 13. Mai ab: Ein Friedensvertrag sei erst möglich, wenn durch gesamtdeutsche freie Wahlen eine deutsche Regierung gebildet worden sei.

Am 28. April übergibt die Sowjetunion 66 von 213 Betrieben der Sowjetischen Aktiengesellschaft (SAG) an die DDR. Diese werden in Volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt

Am 8. Mai kündigt Außenminister Georg Dertinger den Aufbau nationaler Streitkräfte an.
Die Deutsche Grenzpolizei (DGP) wird am 13. Mai dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt.

Am 26./27. Mai beginnt die Einrichtung einer fünf Kilometer breiten Sperrzone entlang der Demarkationslinie zur Bundesrepublik Deutschland. Damit startet die Zwangsumsiedlung von über 12.000 Anwohnern. Auf Anordnung der SED werden am 27. Mai die Telefonleitungen zwischen West-Berlin und der DDR gekappt.

Britisches Militär und West-Berliner Polizei blockieren am 3. Juni den (Ost-)Berliner Rundfunk im Haus des Rundfunks in der Masurenallee in (West-)Berlin-Charlottenburg. Zu den Eingeschlossenen zählt Karl-Eduard von Schnitzler. Etwas mehr als einen Monat später wird am 6. Juli der Bau des Funkhaus Nalepastraße in Berlin-Oberschöneweide begonnen, das nach einem Großbrand im Februar 1955 erst im Februar 1956 den Betrieb aufnehmen kann.

Ab dem 1. Juni müssen West-Berliner, die in die DDR einreisen wollen, in Ost-Berlin eine Genehmigung beantragen.

In Merxleben wird am 8. Juni die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in der DDR gegründet.

Die Hauptverwaltung Ausbildung mit den Volkspolizei-Bereitschaften im Ministerium des Innern (MdI) erhält am 1. Juli die Bezeichnung „Kasernierte Volkspolizei“.

Zum Abschluss der II. Parteikonferenz der SED (9.–12. Juli) wird der „planmäßige Aufbau des Sozialismus in der DDR“ zur grundlegenden Aufgabe erklärt. Teil dieses Programms ist die Umwandlung der DDR zu einem Staat, der nach dem marxistisch-leninistischen Strukturprinzip des „demokratischen Zentralismus“ aufgebaut sein soll. Dem folgend werden die fünf Länder der DDR (Mecklenburg, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Sachsen) am 23. Juli in 14 Bezirke und 217 Kreise aufgeteilt. Die Länderkammer der DDR bleibt jedoch bis 1958 bestehen.

Acht Berliner Stuckateure gründen am 21. Juli die erste Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) in der DDR.
Am 1. August wird die Transportpolizei dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) unterstellt. Dieser Zustand bleibt bis Februar 1957 erhalten.

Am 7. August wird die „Gesellschaft für Sport und Technik“ (GST) gegründet.

Der bis dahin propagierte Verkauf von Lebensmitteln und Industrieerzeugnissen an West-Berliner wird am 27. November verboten.

Der Handelsminister der DDR, Karl Hamann, wird am 11. Dezember wegen „Sabotage an der Versorgung“ verhaftet und 1954 zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Die Reisefreiheit von Einzelpersonen in der DDR wird ab dem 15. Dezember auf einen Umkreis von 100 km beschränkt.

Am 15. Dezember wird Markus Wolf zum Leiter des Außenpolitischen Nachrichtendienstes (APN).

Das staatliche Fernsehen der DDR (Deutscher Fernsehfunk) beginnt am 21. Dezember mit Versuchssendungen aus Berlin-Adlershof.

Quelle: wikipedia.de
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

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Die Deligierten der 2. Parteikonferenz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands erklären mit ihrem am 12. Juli gefassten Beschluss den "Aufbau des Sozialismus zur grundlegenden Aufgabe in der DDR"

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Der Weltfriedensrat tagt unter Leitung von Professor Joliot Curie (3. von links) im Juli in Berlin. Die Mitglieder des Rates schlagen den vier Grossmächten vor, bald und entgültig über einen Friedensvertrag mit einem friedliebenden, demokratischen und antifaschistischen Deutschland zu entscheiden.

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Helene Weigel leitet das 1949 gegründete Berliner Ensemble. Ruhm erlangt sie als Pelagea Wlassowa in "Die Mutter" als Frau Carrar, als Volumnia in "Coriolan" und als Frau Flinz. Wahre Triumphe feiert sie im In- und Ausland in ihrer Glanzrolle als Mutter Courage. Mehr als vierhundert mal zieht sie den Planwagen dieser Marketenderin über die Bühne.

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Im Sommer bilden sich die ersten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften. In Worin, Kreis Seelow, gehen die Bauern nach dem Einbringen der Getreideernte zum gemeinsamen Drusch über.
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