DDR Chronik von 1949 - 1990

1953

{ PERMANENT_LINK }Geschrieben von admin am Mi 22. Jan 2014, 20:13


DDR-Chronik - Das Jahr 1953

Am 4. Januar veröffentlicht die Parteizeitung der SED „Neues Deutschland“ die „Lehren aus dem Prozess gegen das Verschwörerzentrum Slánský“. Rudolf Slánský war seit 1945 Generalsekretär der tschechoslowakischen KP. Im September 1951 wurde er abgesetzt, zwei Monate später verhaftet und im November 1952 wegen angeblicher titoistischer und zionistischer Verfehlungen zum Tode verurteilt und mit elf anderen Delinquenten hingerichtet. Dieser größte Schauprozess der tschechischen Nachkriegszeit führte zur Hinrichtung zahlreicher Juden, die hohe Stellungen innehatten. Die sowjetische Führung benutzte den Vorwand einer Ärzteverschwörung, um die unbequemen Genossen auszuschalten. Der Prozess zog noch zahlreiche Verurteilungen im gesamten Ostblock in den folgenden Jahren nach sich.

Der Außenminister und stellvertretende Vorsitzende der CDU der DDR, Georg Dertinger, wird am 15. Januar verhaftet.

Die Aktion Rose wurde am 10. Februar in den Badeorten der Ostseeküste, Rügen und Usedom gestartet, mit dem Ziel der Verstaatlichung von Hotel- und Dienstleistungsbetrieben. Viele Hoteliers und Gästehausbesitzer wurden nach ihrer Enteignung unter dem Vorwand von Wirtschaftsdelikten oder Agententätigkeit für den Westen zu Zuchthausstrafen verurteilt. Viele Familien wurden im Rahmen der so genannten „Küstenbereinigungsaktion“ in andere Gebiete der DDR umgesiedelt. Einigen gelang die Flucht in den Westen. In Thüringen gab es eine ähnlich gelagerte „Aktion Oberhof“.

Am 5. März stirbt Josef Stalin. An seine Stelle tritt die Troika Chrustschow, Malenkow und Lawrenti Beria.

Die Evangelische Kirche protestiert am 21. April gegen den Kirchenkampf der SED und das Vorgehen der Regierung der DDR gegen die evangelische Jugendorganisation „Junge Gemeinde“ und die evangelische Studentengemeinde. Am 28. April bezeichnet das Ministerium des Innern der DDR die „Junge Gemeinde“ als illegal.

Auf der 13. Tagung des ZK der SED am 13./14. Mai fällt ein Beschluss über die Erhöhung der Arbeitsnormen um mindestens 10 %.

Am 29. Mai wird die Sowjetische Kontrollkommission (SKK) aufgelöst und das Amt des „Hohen Kommissars der UdSSR in Deutschland“ eingerichtet. Wladimir S. Semjonow wird erster Hoher Kommissar.

In der Bevölkerung regt sich Widerstand gegen den Beschluss über die Erhöhung der Arbeitsnormen vom 14. Mai. Das Politbüro der SED übt Selbstkritik und verkündet einen „Neuen Kurs“. Die „Maßnahmen zum Aufbau des Sozialismus“ werden zurückgenommen, die Erhöhung der Arbeitsnormen bleibt jedoch bestehen. Am 16. Juni treten die Bauarbeiter der Ost-Berliner Stalinallee aus Protest gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen in den Streik. In den Tagen um den 17. Juni herum kommt es zu dem Volksaufstand in der DDR. Die Ost-Berliner Streikbewegung greift auf andere Städte der DDR über. Der sowjetische Militärbefehlshaber übernimmt die Regierungsgewalt und setzt sowjetische Truppen gegen Streikende und Demonstranten ein. Der Aufstand wird blutig niedergeschlagen. Das ZK der SED erklärt den Volksaufstand zu einem vom Westen gelenkten „faschistischen Putsch“.

Am 26. Juni wird der Leiter des sowjetischen Geheimdienstes, Volkskommissar und Minister des Innern, Lawrenti Beria in Moskau verhaftet und am 23. Dezember hingerichtet.

Die Deutsche Grenzpolizei (DGP) wird am 27. Juni aus dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in das Ministerium des Innern (MdI) umgegliedert.

Zwischen 18. und 23. Juli wird der Minister für Staatssicherheit, Wilhelm Zaisser, entlassen. Sein Nachfolger wird Ernst Wollweber. Das MfS wird als Staatssekretariat für Staatssicherheit (StfS) in das MdI eingegliedert. Der Außenpolitische Nachrichten Dienst (APN) wird als „Hauptabteilung XV“ in den Staatssicherheitsdienst eingegliedert.

Auf der 15. Tagung des Zentralkomitees (ZK) der SED werden Wilhelm Zaisser und Rudolf Herrnstadt aus dem ZK ausgeschlossen. Walter Ulbricht wird zum 1. Sekretär (bisher „Generalsekretär“) des ZK gewählt.

Im November beginnt die Aktion „Feuerwerk“. Verhaftungswellen wegen angeblicher Agententätigkeit rollen durch die DDR und Personen aus dem Westen werden in den Machtbereich der SED entführt.

Am 15. Dezember wird der am 8. Juli 1952 vom MfS aus West-Berlin entführte Mitarbeiter des Untersuchungsausschusses Freiheitlicher Juristen Walter Linse in Moskau hingerichtet.


Quelle: wikipedia.de
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

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