DDR-Chronik - Das Jahr 1950

Beschreibung: DDR-Chronik - Das Jahr 1950

Kategorie: DDR-Chronik

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Das Politbüro der SED beschließt am 24. Januar die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit. Die Regierung der DDR verabschiedet einen „Beschluss über die Abwehr von Sabotage“ und empfiehlt ebenfalls die Bildung eines solchen Ministeriums. Es wird am 8. Februar nach einstimmigem Beschluss der Volkskammer der DDR über das „Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit“ gebildet. Wilhelm Zaisser wird am 16. Februar zum Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke zum Staatssekretär ernannt.

Beginnend am 21. April werden bis Juni die Waldheimer Prozesse durchgeführt. In Waldheim (Sachsen) werden die von der sowjetischen Besatzungsmacht nach Auflösung der Internierungslager nicht freigelassenen Gefangenen der deutschen Gerichtsbarkeit überstellt. Dabei werden in als Schauprozesse zu bezeichnenden Verhandlungen, unter Verletzung rechtsstaatlicher Prinzipien, mehr als 3400 wegen Kriegs- und nationalsozialistischen Verbrechen Angeklagte zu hohen Zuchthausstrafen und 32 von ihnen zum Tode verurteilt. Nach internationalen Protesten werden schon 1952 zahlreiche Urteile revidiert.

Vom 27. bis 30. Mai (Pfingsten) findet das erste Deutschlandtreffen der Jugend in Berlin statt.

Im Görlitzer Vertrag zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen vom 6. Juli wird die Oder-Neiße-Linie als neue polnische Westgrenze festgelegt.

Auf dem III. Parteitag der SED vom 20. bis 24. Juli wird ein neues Parteistatut verabschiedet und die Umwandlung des Parteivorstandes in ein Zentralkomitee (ZK) beschlossen.

Das ZK der SED wählt am 25. Juli das Politbüro, das Sekretariat des ZK und die Zentrale Parteikontrollkommission (ZPKK). Vorsitzende der Partei werden Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl; Generalsekretär des ZK wird Walter Ulbricht.

Die SED beginnt mit Parteisäuberungen (Fieldaffäre). Am 23. August wird Leo Bauer, Chefredakteur des Deutschlandsenders, am 25. August Willi Kreikemeyer, Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, verhaftet.

Am 18. August 1950 gab der Minister für Industrie der DDR, Fritz Selbmann, mit den ersten Axtschlägen zum Fällen einer Kiefer den Start frei für den Bau des Eisenhüttenkombinats Ost (EKO).

Am 15. Oktober finden erste Wahlen zur Volkskammer der DDR statt. Die von der SED dominierte Einheitsliste der Nationalen Front erhält nach offiziellen Angaben 99,7 % der Stimmen.
Das ZK der SED beschließt am 26./27. Oktober die Überprüfung aller Parteimitglieder und Kandidaten der Partei.

Im September des Jahres wurde die DDR Mitglied im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) – dem Äquivalent zur Europäischen Gemeinschaft.

Quelle: wikipedia.de
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