[Umfrage] Möchtest du die DDR wieder?

Allgemeiner - Talk - hier darf "gequatscht" werden

Möchtest du die DDR wieder?

Ja
7
41%
Nein
8
47%
Weiß nicht
2
12%
 
Abstimmungen insgesamt: 17

Christian0203
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Re: [Umfrage] Möchtest du die DDR wieder?

Beitrag von Christian0203 » 23.02.2022, 18:12

Ich weiß ja nicht, ob es hier üblich ist, jemanden gleich so dumm zu kommen.
Ja, meine Kindheit lag in den 90ern. Dass es so ist, haben meine Eltern zu verantworten. Trotzdem habe ich mich mit der DDR bereits lange und intensiv auseinandergesetzt. Außerdem bin ich der Meinung, dass mein Intellekt und meine geistige Reife es zulassen, dass ich beurteilen kann, welche Staatsform für mich persönlich die richtige wäre.

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Freddie
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Re: [Umfrage] Möchtest du die DDR wieder?

Beitrag von Freddie » 25.02.2022, 11:02

Hallo Christian0203,

da hast du vollkommen recht. Ich bin auch der Ansicht das es an jedem selbst liegt welche Weltanschauung er vertreten kann oder möchte. Ich selbst möchte die DDR wie sie war nicht wieder haben, aber das sozialistische System ist für mich die bessere Lebensform einer Gesellschaft. Nur haben die "Macher" dieses Systems nicht annähernd es so umgesetzt wie es vielleicht sein sollte. Aber das fällt ja auch zur freien Meinung.
Nimm es dem Dessauer bitte nicht übel, er ist ein ganz prima Kerl. Er wollte dir bestimmt nicht dumm kommen. Ich denke er ist schlicht weg von der Erfahrung und den eigenen Erlebnissen ausgegangen die du ja nicht haben kannst.
Ich hoffe das du hier trotzdem noch viel erfahren kannst und Spaß hast.

Grüß Freddie! Bild
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Christian0203
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Re: [Umfrage] Möchtest du die DDR wieder?

Beitrag von Christian0203 » 25.02.2022, 13:04

Alles gut, ich habe ihn bisher auch nicht so wahrgenommen. Vielleicht war meine erste Antwort auch zu kurz gefasst. Es wurde ja auch nur nach Ja oder Nein gefragt, aber nicht nach einer Begründung. Die persönliche Erfahrung fehlt mir weitestgehend, das stimmt. Ich durfte leider nur immer Erfahrungen aus erster Hand und andere Informationen sammeln. Daraus ergibt sich für mich ebenfalls die Schlussfolgerung, dass die die Grundidee der DDR mir sehr gut gefällt und sie für mich das bessere System ist. Natürlich muss die Geundidee auch entsprechend umgesetzt werden und ein Kurs muss auch permanent je nach Gegebenheiten korrigiert werden.

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Re: [Umfrage] Möchtest du die DDR wieder?

Beitrag von Minolpirol » 13.07.2022, 23:19

Zunächst muss ich gestehen das ich genauso ein "Idiot" gewesen bin indem ich zu verhindern suchte das System
zu stabilisieren,sprich ein Opportunist gewesen bin,aber die anderen ebensolche die glaubten dass das System
der SED erhaltenswert und unter allen Umständen zu bewahren wäre.

Ich bin natürlich ,wie andere bitter bestraft worden ,heute würde es heißen "Sanktioniert"

Heute bedauere ich diese "Sanktionen " nicht mehr ,alles war so wie es eben in einer Diktatur geschehen musste.

Im Gegenteil ,ich bedauere heute das die "Runden Tische" ,endlich wurde wieder miteinander geredet, nicht bewirkt haben das es eine grunderneuerte DDR geben konnte und letzlich "für ein paar Bananen" und westlichen Konsum tausende Biographien und Existenzen zugrunde gegangen sind ,auch von jenen die immer noch die DDR getragen haben.

Ich bin es Leid ,nach nunmehr über 30-Jahre BRD diesen aufdoktruierte System ,nein wir haben es gewählt,mit allen seinen Folgen ertragen zu müssen weil ich keine Wahl habe und ein Ende dieses Systemes ,eine friedliche Umkehr unmöglich ist,keine Demonstrationen bewirken können ,dass das was Eduard von Schnitzler ewig dokumentiert hat,tatsächlich zur Realität geworden ist.

Ihr mögt mich Träumer nennen ,ich bin keiner, weil die Realitäten die uns immer mächtiger einholen ,unbedingt ein Bild vermitteln sollte das dieses System ebenso unbedingt ein Ende haben muss ,schlimmer geht immer !

Was soll ich alles aufschreiben ,es gab eines Tages eine Zeitungszuschrift in welcher eine Lehrerin geschrieben hat das ,wer in der DDR wenigstens die Mitte hielt ,sein Leben von der Wiege bis zur Bahre regeln konnte und diese Zuschrift,einschließlich der Lehrerin buchstäblich zerrissen worden ist.

Ich gebe dieser Lehrerin Recht ,eigentlich haben wir alles Wertvolle verloren weil wir es nicht für Wertvoll gehalten haben,
um im heute zu bedauern weil uns ,den Menschen durch die Realität Glaube,Hoffnung verloren gegangen ist,nächstenliebe ein Fremdbegriff geworden ist,soziales miteinander sowieso !

Ich bedauere meine Renitenz und wünschte uns wenigstens in Erinnerung Gedanken die selbst Margot Honnecker in ihren letzten Stunden vermittelte,der Samen der gelegt wurde wird wieder aufgehen,auch wenn es nicht ein Sozialismus wäre,
aber jeder Staat vergehen muss welcher zu unwohl seiner Bürger handelt.
Pati necesse est multa mortales mala! Die Menschen müssen vieles Üble erdulden!

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Re: [Umfrage] Möchtest du die DDR wieder?

Beitrag von Minolpirol » 14.07.2022, 23:40

Haben wir wirklich die "Freiheit" erlangt ,auch bezogen auf mein Resümee,... und 30 -Jahre danach ???

Ich möchte dieses Essay einstellen damit es keine unnötige Diskussion über das Ende der DDR geben muss.

Ich würde gern ein Essay einstellen was die Zukunft dieses Systemes begreift und endlich auch ein Ende haben muss.

Da dieses System mittlerweile alles zensiert und löscht,strafbewehrt zur Anklage bringt ist die ehemalige Stasi nur ein "Witz" der Geschichte ,für die betroffenen natürlich nicht ,weswegen Sytemkritische Beiträge im Netz kaum mehr zu finden sind und ich auf ältere Beiträge zufreifen muss,..

Hier immerhin ein Buch ,.. 12-Jahre her und eigendlich dieselbe Misere welche die DDR hatte ,nur unter anderen Prämissen,
Quelle:


Ein Politik-Schocker der Extraklasse! Der Autor zeigt, was viele Bürger schon längst ahnen: Die Bundesrepublik ist nicht mehr reformierbar. Sie steuert auf eine Finanz-, Wirtschafts-, Sozial- und Staatskrise zu, für die der Bankencrash von 2008 nur ein Vorspiel war. Die Auswüchse der Staatsverschuldung, des Parteienstaats, des Beamtentums, des Föderalismus, der Bürokratie und der Sozialversicherungen haben das Grundgesetz als Fundament der Republik unwiederbringlich zerstört. Die Bundesrepublik geht unter an ihrer Unfähigkeit, ein wirklich politisches Gemeinwesen zu begründen. Ein missbrauchter Begriff von Solidarität, eine wachsender Anti-Individualismus und die Hoffnung auf einen guten Diktator haben das öffentliche Leben so vergiftet, dass echtes politisches Denken und Handeln kaum noch möglich ist. Zur Wiederherstellung dieser gefährdeten politischen Substanz entwickelt der Autor ein Szenario, in dem es doch noch einen Ausweg aus der bereits etablierten Status-Quo-Diktatur gibt: Deutschland bekommt eine neue Verfassung. Die etablierten Parteien und einige starke Interessenverbände würden das Grundgesetz jedoch niemals freiwillig durch eine Verfassung ersetzen, die ihre gewaltigen Pfründe gefährdet. Deutschland braucht deshalb eine demokratische Revolution, um einen neuen Sozialvertrag auf legale und gewaltfreie Weise gegen das Establishment der Bundesrepublik durchzusetzen. Die Dominotheorie der demokratischen Revolution erklärt zunächst, warum das Grundgesetz fallen muss. Das spannende Szenario der demokratischen Revolution in vier Akten beschreibt dann, wie der Marsch durch den Bundestag hin zu eine Verfassungskonvent und schließlich zur Neugründung Deutschlands in einer Dritten Republik gegen alle Widerstände mit Hilfe eines neuen Parteityps gelingen kann. Acht politische Todsünden haben das Scheitern der Bundesrepublik besiegelt. Der Autor erläutert, wie die nächste deutsche Verfassung die neue Republik davor beschützen kann, dass so etwas noch einmal passiert. Das Ende der Bundesrepublik ist eine Reise durch die tiefsten und bislang unerforschten Schichten der deutschen Misere. Wer Deutschland neu gründen will, der findet hier alles was man dazu braucht. Die Anhänge des Buches beinhalten Hinweise auf die philosophischen und politischen Quellen für eine Republikneugründung sowie eine Analyse des Grundgesetzes, die Artikel für Artikel nachweist, warum dieses Dokument ausgedient hat. Die aktualisierte, erweiterte und 'verschärfte' 2. Auflage beinhaltet auf fünfzig zusätzlichen Seiten mehrere neue Kapitel wie 'Die Komplizenschaft der Medien' und 'Demokratie ist (auch) Software';. Der bekannte politische Karrikaturist 'Kriki'; sorgt mit seinen tiefsinnig-ironischen Illustrationen für entspannende Denk- und Lachpausen.

Quelle:
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/a ... ddr-essay/

Welche Ursachen waren für das Ende der diktatorischen, welche für das Ende der freiheitlichen DDR verantwortlich? Was sind die Folgen von Freiheit und Einheit? 25 Jahre nach dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland eine gefestigte Demokratie ohne innere Separationsbestrebungen.

Was die Mauer betrifft, so lassen wir uns nicht deren Schutzfunktion ausreden – ganz einfach, weil wir den Schutz spüren vor all dem, was hinter der Mauer an brauner Pest wuchert." Zur Auflösung der Fußnote[1] Diese Einschätzung traf im Juli 1989 Ulrich Junghanns, von 2002 bis 2009 Wirtschaftsminister in Brandenburg und 2007/2008 Vorsitzender der dortigen CDU. In der DDR gehörte er zu den Funktionären der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands – einer Blockpartei, die 1990 in der CDU aufging. Eine andere Einschätzung, wenige Tage nach dem Fall der Mauer: "Lasst Euch nicht von den Forderungen nach einem politischen Neuaufbau der Gesellschaft ablenken! Ihr wurdet weder zum Bau der Mauer noch zu ihrer Öffnung befragt, lasst Euch jetzt kein Sanierungskonzept aufdrängen, das uns zum Hinterhof und zur Billiglohnquelle des Westens macht! (…) Wir werden für längere Zeit arm bleiben, aber wir wollen keine Gesellschaft haben, in der Schieber und Ellenbogentypen den Rahm abschöpfen." Zur Auflösung der Fußnote[2] So argumentierten führende Kräfte des Neuen Forums um Bärbel Bohley und Jens Reich. In beiden Zitaten kommen dem antikapitalistisch-antifaschistischen Jargon der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) entlehnte Wendungen vor ("braune Pest", "Schieber und Ellenbogentypen").

Die Beispiele, nicht gewählt, um selbstgerecht spezifische Positionen zu diskreditieren, sollen zeigen, wie überraschend der Fall der Mauer kam – und damit das Ende der DDR. Verbreitet war die Akzeptanz des geteilten Deutschlands im Osten wie im Westen. "Das Ende der DDR" es stand nicht auf der Tagesordnung von Politikern, Publizisten und Politikwissenschaftlern, auch wenn manche Neunmalkluge im Nachhinein den Eindruck erwecken, als sei es vorhersehbar gewesen.

Einer der Altmeister der deutschen Politikwissenschaft, Klaus von Beyme, sprach von einem "schwarzen Freitag" der Sozialwissenschaften. Der Hinweis auf deren Versagen lenkt aber vom eigentlichen Problem ab: Kritikwürdig ist weniger, das Ende der DDR nicht erkannt, sondern die Illegitimität ihres Herrschaftssystems, unabhängig von seiner Stabilität, verkannt zu haben. Die heftigste Schelte an der politikwissenschaftlichen DDR-Forschung kam dann aus den eigenen Reihen: Jens Hacker konzentrierte sich auf den Umstand, die (Politik-)Wissenschaft habe nicht an der Wiedervereinigung festgehalten. Zur Auflösung der Fußnote[3] Der Standpunkt der westdeutschen DDR-Forschung vor 1990 wurde nach 1990 bislang nur unzureichend analysiert. Zur Auflösung der Fußnote[4] Eine Lehre könnte lauten: Frage bei der Analyse diktatorischer Systeme weniger nach der normativen Kraft des Faktischen als nach der faktischen Kraft des Normativen! Und die These, die DDR sei "ausgeforscht", ist ein Vierteljahrhundert nach ihrem Ende unhaltbar, zumal der paradoxe Begriff wissenschaftsfeindlich anmutet. Zur Auflösung der Fußnote[5]

Zäsur 1989

Im Laufe der 1970er und vor allem der 1980er Jahre kristallisierte sich eine Art "Selbstanerkennung" der Bundesrepublik Deutschland als "postnationale Demokratie unter Nationalstaaten" Zur Auflösung der Fußnote[6] heraus, so der Bonner Demokratie- und Diktaturforscher Karl Dietrich Bracher. Wer in den 1980er Jahren für die deutsche Einheit stritt, galt in der Regel als linker oder rechter Nationalneutralist. Zur Auflösung der Fußnote[7] Die deutsche Einheit wurde vage als mögliche Folge der europäischen Einheit angesehen. Tatsächlich avancierte sie dann zu einem Schrittmacher der europäischen Einheit. Wer in den 1980er Jahren nicht für die Wiedervereinigung focht, musste nicht ihr prinzipieller Gegner sein. Schließlich schien diese allenfalls unter dem Vorzeichen einer – wenig wünschenswerten – Neutralität ganz Deutschlands erreichbar.

Hinfällig und entkräftet zerbrach der sowjetische Kommunismus mehr an eigenen Schwächen als an Angriffen seiner Gegner. Der Versuch Michail Gorbatschows, das System von innen heraus zu reformieren, beschleunigte den Untergang des "Vaterlandes aller Vaterländer". Einerseits machten Verselbständigungstendenzen einstiger Satellitenstaaten der Sowjetunion zu schaffen, andererseits leistete sie ihnen durch eigene Liberalisierung indirekt Vorschub. Ein Domino-Effekt trat ein. Das Ende der diktatorischen DDR, das sich in das Ende einer weltgeschichtlichen Periode einfügte, ist nur vor dem Hintergrund der präzedenzlosen Vorgänge in der Sowjetunion zu verstehen. Zur Auflösung der Fußnote[8] Den einst verteufelten Terminus "Totalitarismus" wandten Michail Gorbatschow, Boris Jelzin und Eduard Schewardnadse nun auf "ihr" System an.

1989 stellt ebenso ein Epochenjahr dar wie 1789. Die Wahrnehmung der Zeitgenossen kann aber von der retrospektiven Wahrnehmung abweichen. Martin Sabrow hat dafür das Begriffspaar "Erfahrungs- und Deutungszäsur" Zur Auflösung der Fußnote[9] geprägt. Zwei Beispiele: Während die Zeitgenossen 1918/19 als gravierenden Einschnitt empfanden, war der Übergang von der autoritären Monarchie zur demokratischen Republik tatsächlich stark von Kontinuität bestimmt. Umgekehrt fiel die Perzeption für das Jahr 1933 aus: Damals galt die "legale Revolution" vielfach nicht als Zäsur. Hingegen sind bei den zwei letzten großen Einschnitten 1945 bis 1949 und 1989/90 Erfahrungs- und Deutungszäsur weithin deckungsgleich.

Ich möchte 25 Jahre nach dem Ende der DDR zwei Fragen, die in einem engen Zusammenhang stehen, pointiert und ansatzweise zu beantworten versuchen. Erstens, vor allem: Welche Ursachen sind für das Ende der DDR verantwortlich, zum einen für das Ende der SED-Diktatur – sie führte zur Freiheit, zum anderen für das Ende der freiheitlichen DDR – sie führte zur Einheit. Zweitens, etwas kürzer: Welche Folgen zeitigte dieses Ende, zum einen bezogen auf die Freiheit, zum anderen auf die Einheit, wobei keine trennscharfe Unterscheidung zwischen freiheits- und einheitsbedingten Folgen möglich ist.

Vorher werfe ich eine Frage auf, die rhetorischer Natur zu sein scheint: Wann endete die DDR? Es gibt zwei Extremantworten. Die erste ignoriert den Staat der DDR, die zweite dämonisiert seine Wirkung. Variante 1: Das Ende der DDR war schon besiegelt, als sie noch gar nicht existierte. Alle Alliierten gingen auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 von der Einheit Deutschlands aus. Insofern war dessen spätere Teilung weniger eine Folge des von Deutschland angezettelten Weltkrieges als vielmehr des Kalten Krieges. Sollte der Ost-West-Konflikt zu Ende gehen, könnte sich die deutsche Frage neu stellen. Variante 2: Die DDR ist nicht tot, sondern lebendiger denn je. Wer so argumentiert, zielt auf die Popularität der Jugendweihe, die Zunahme der Kirchenaustritte, auf die Verklärung der DDR, auf "Ostalgie". Im Westen – für Autoren wie Arnulf Baring ist die Bundesrepublik mittlerweile eine "DDR light" Zur Auflösung der Fußnote[10] – fällt zuweilen daher das böse Wort von "Dunkeldeutschland".

Der 9. Oktober 1989 mit der Massendemonstration der 70000 in Leipzig war der Durchbruch zur Freiheit, der 9. November mit dem Mauerfall in Berlin der Durchbruch zur Einheit. Die Zeitgenossen nahmen dies so nicht wahr. Erfahrungs- und Deutungszäsur müssen sich, wie gezeigt, nicht decken. Zum Teil gingen die beiden Phasen ineinander über. So gab es bereits in der zweiten Novemberhälfte 1989 Demonstrationen für die Einheit Deutschlands, als noch das erst am 1. Dezember gestrichene Machtmonopol der SED in der Verfassung festgeschrieben war. Ist die Freiheits- und Einheitsrevolution im Gegensatz zum Umbruch in anderen Staaten Ostmitteleuropas durch eine "doppelte Demokratisierung" Zur Auflösung der Fußnote[11] gekennzeichnet – zunächst die Selbstbefreiung von der Diktatur 1989, dann, 1990, der Austausch des soeben erst errungenen demokratischen Systems gegen das der Bundesrepublik Deutschland? Diese These stimmt insofern nicht, als auch in anderen Staaten eine doppelte "Demokratisierung" ablief, nur mit konträren Konsequenzen. Aus der Tschechoslowakei gingen Tschechien und die Slowakei hervor, aus Jugoslawien und der Sowjetunion mehrere Staaten. Zur Auflösung der Fußnote[12] Aber die Revolution in der DDR erhielt eine besondere Dynamik durch den Ruf nach dem Beitritt zu einer ökonomisch starken und politisch gefestigten Demokratie.

Ursachen für das Ende der diktatorischen DDR

Die Sowjetunion spielte beim Aufbau der SED-Diktatur eine ebenso tragende Rolle wie bei deren Ende. Gorbatschow war nicht nur der Totengräber der Sowjetunion, sondern auch der DDR, wiewohl dies seiner Intention widersprach. Was er wollte: Reformen; was er bewirkte: das Ende des "real existierenden Sozialismus". Er ging in die Reformfalle. Und er akzeptierte mit seiner Absage an die Breschnew-Doktrin Zur Auflösung der Fußnote[13] den Systemwechsel. Insofern war es von Erich Honecker keine nachträgliche Rechthaberei, seine nicht auf Glasnost und Perestroika setzende Politik zu verteidigen: "Gorbatschow will das europäische Haus bauen. Wir alle sind dabei, unsere eigenen Häuser zu zerstören." Zur Auflösung der Fußnote[14] Stärkere Repression im Inneren hätte der SED-Diktatur eine Atempause gewährt.

Die kommunistische DDR war nicht reformierbar. Gerade weil die oppositionelle Bewegung als reformerisch galt, leistete sie ihren Beitrag zur Revolution. Der beständige Vorwurf an die beiden "Erichs" – Honecker und Mielke –, durch Starrheit den eigenen Untergang beschleunigt zu haben, stimmt so nicht. Außenpolitische und wirtschaftliche Umstände zwangen die DDR allerdings zu immer mehr Konzessionen. Der allmählichen Loslösung von der Sowjetunion folgte eine partielle Abhängigkeit von der Bundesrepublik. Die großzügigere Regelung der Reisepraxis ab Mitte der 1980er Jahre minderte keineswegs das Unruhepotenzial, sondern zog Ausreiseanträge nach sich. Nicht mangelnde, sondern zu große Flexibilität unterminierte die SED-Herrschaft.

Da die Bevölkerung wusste, Kritik werde weniger scharf geahndet als früher, riskierte sie mehr, entwickelte sie mit der Abnahme der Repressionen ein besonderes Gespür für Repression – eine Variante des Tocqueville-Effekts. Zur Auflösung der Fußnote[15] Der Unmut der Bürger war fast durchgängig groß – über die im Vergleich zum Westen schlechte wirtschaftliche Situation, über die mangelnde Reisefreiheit, über die politischen Repressalien. Autonome intermediäre Strukturen fehlten, für Mängel machten viele Bürger daher "das System" verantwortlich. Allerdings stieß dieses auch auf eine gewisse Loyalität, womit sich die relative Stärke der postkommunistischen Partei nach 1990 erklärt. Zur Auflösung der Fußnote[16]

Da die SED ideologisch ermattet war, agierte die Staatssicherheit nicht. Sie, die alle oppositionellen Gruppierungen unschädlich machen sollte, blieb in der Krise eigentümlich passiv, Zur Auflösung der Fußnote[17] nicht zuletzt, weil die ostdeutsche Diktatur offenkundig nicht mehr den Bajonetten der Sowjetunion vertrauen konnte. Am Ende, als der Umbruch unabwendbar erschien, wollte sie, kein "Staat im Staate", die eigene Arbeit durch mehr oder weniger systematische Aktenvernichtung vertuschen.

Wer die Kategorien der Systemwechselforschung zugrunde legt, Zur Auflösung der Fußnote[18] kommt zu folgendem Ergebnis: Entgegen mancher Legenden hat es in der DDR offenkundig keinen von alten Regimeeliten gelenkten Systemwechsel gegeben, auch nicht einen durch die Sowjetunion inspirierten. Der Systemwechsel war von unten erzwungen – durch das komplexe Zusammenspiel der Fluchtbewegung ("exit") im Sommer und der Demonstrationsbewegung ("voice") im Herbst, so das Modell des aus Deutschland emigrierten Soziologen Albert O. Hirschman: Zur Auflösung der Fußnote[19] "Wir wollen raus" zog "Wir bleiben hier" nach sich. Den "alternativen Kräften", wie schwach auch immer sie waren, kam mit ihren Maximen von einem "Dritten Weg" und unbedingter Gewaltfreiheit zunächst eine zentrale Rolle zu. Daneben bestimmten Elemente der Implosion die revolutionären Ereignisse, die soziale Kontrolle der öffentlichen Meinung durch die Herrschenden bröckelte. Zur Auflösung der Fußnote[20] Ein ausgehandelter Systemwechsel blieb in der DDR – anders als in Polen und Ungarn – weithin aus, jedenfalls in der Frühphase. Erst als der Sieg der Revolution unaufhaltsam schien, traten SED-Politiker an die Spitze der Proteste, um ihr die Spitze zu nehmen. Dazu gehören etwa die vielen Runden Tische und die Einbindung Oppositioneller in Hans Modrows "Regierung der nationalen Verantwortung", so die vollmundig-irreführende Eigenbezeichnung. Auf diese Weise gerieten die "feindlich-negativen Kräfte", um die Terminologie der Staatssicherheit zu benutzen, immer mehr in einen Gegensatz zur Masse der Bürger, die das System ohne Wenn und Aber beseitigen wollte. Bürgerrechtler tappten in fünf "Fallen" Zur Auflösung der Fußnote[21]: die Sozialismusfalle, die Reformfalle, die Antifaschismusfalle, die Dritte-Weg-Falle und die Teilungsfalle.
Ursachen für das Ende der demokratischen DDR

Mit der Freiheit war die Einheit noch nicht erreicht. Nach dem Fall der Mauer und bei nun vermindertem Repressionsrisiko änderte sich das Meinungsklima atemberaubend schnell: Wer an einer eigenständigen DDR festhielt, geriet rasch in die Defensive. Die ostdeutsche Bevölkerung, aller Propaganda von einer "sozialistischen Nation" zum Trotz, wollte das Leben im Westen, überdrüssig jeglicher Experimente. Zwar hatten Teile der "künstlerischen Intelligenz" 1976 nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns protestiert, aber die Masse der Bevölkerung ließ dies kalt. Eine Paradoxie: Der Liedermacher Biermann musste gehen und wollte bleiben, viele DDR-Bürger hingegen mussten bleiben und wollten gehen.

Otto Reinhold, Rektor der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED, hatte im August 1989 in einem Rundfunkbeitrag Tacheles geredet: "Welche Existenzberechtigung sollte eine kapitalistische DDR neben einer kapitalistischen Bundesrepublik haben? Natürliche keine. Nur wenn wir diese Tatsache immer vor Augen haben, wird klar erkennbar, wie wichtig für uns eine Gesellschaftsstrategie ist, die kompromisslos auf die Festigung der sozialistischen Ordnung gerichtet ist." Zur Auflösung der Fußnote[22] Da keine ausgeprägte DDR-Identität bestand, musste das Ende der SED-Herrschaft auch das Ende der DDR bedeuten. Hingegen hieß es am 7. Oktober 1989 in der Grundsatzrede von Markus Meckel bei der Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP), die als erste Kraft mutig die Machtfrage stellte: "Wir anerkennen die Zweistaatlichkeit Deutschlands als Folge der schuldhaften Vergangenheit unseres Volkes." Zur Auflösung der Fußnote[23] Das war faktisch das Zwei-Nationen-Konzept der SED: offenkundig eine Chimäre.

Die DDR-Regierung trat nach dem Fall der Mauer, der dem gleichen Zweck dienen sollte wie ihr Bau – dem Erhalt der DDR –, die Flucht nach vorne an und suchte mit ihrem Vorschlag einer "Vertragsgemeinschaft" und einer Konföderation in die Offensive zu gelangen. Hingegen wurde die Bundesregierung erst aktiv, als der öffentlich bemerkbare Stimmungswandel in Richtung Einheit umschlug. Helmut Kohls vorsichtig formuliertes Zehn-Punkte-Programm von Ende November 1989 – gleichwohl ein Paukenschlag – verfehlte seine Wirkung weder im Ausland noch in Deutschland. Der letzte Punkt lautete: "Die Wiedervereinigung, das heißt die Wiedergewinnung der staatlichen Einheit Deutschlands, bleibt das politische Ziel der Bundesregierung."

Wir wissen nicht, was Michail Gorbatschow, wahrlich kein Stratege, nach erbittertem Widerstand und Zögern bis Anfang 1990 Zur Auflösung der Fußnote[24] dazu bewog, gegen ein vereintes Deutschland innerhalb der NATO kein Veto einzulegen: die Notwendigkeit, angesichts der ökonomisch prekären Lage, den finanziell starken Westen nicht vor den Kopf zu stoßen? Die schwierigen Nationalitätenkonflikte im eigenen Lande, die eine offensive Außenpolitik unmöglich machten? Die Einsicht, das eigene System sei ein für allemal gescheitert? Die Entwicklung im Warschauer Pakt, dessen Mitglieder in die NATO strebten? Die Überzeugung, das Selbstbestimmungsrecht der Völker sei zu akzeptieren? Der klar bekundete Wille des Westens, an der Einbindung Deutschlands im westlichen Verteidigungsbündnis ohne Wenn und Aber festzuhalten? Die "Männerfreundschaft" zu Helmut Kohl und George Bush, die darauf bedacht waren, den sowjetischen Parteichef nicht zu demütigen? Vermutlich schließt das eine das andere nicht aus.

Ein Gedankenexperiment: Was wäre gewesen, hätte der sowjetische Politiker zu Beginn der friedlichen Revolution die "deutsche Karte" gezogen und wie Stalin 1952 die Vereinigung Deutschlands unter neutralen Vorzeichen angeboten? Sicher, kontrafaktische Überlegungen sind müßig, zeigen jedoch die Offenheit des historischen Verlaufs. Es wäre zu einem massiven Konflikt zwischen der ostdeutschen Bevölkerung und der westdeutschen Politik gekommen. Ein solcher Vorschlag hätte einen Keil in das westliche Lager getrieben – mit unabsehbaren Folgen für die deutsche Einheit und für die fluide politische Stimmung in ganz Deutschland.

Folgen der Freiheit

Die stark extremistische NPD, die schwach ist, spielt schon seit langem ebenso wie die schwach extremistische Partei Die Linke, die stark ist, im Osten eine deutlich größere Rolle als im Westen. Aber die Freiheit ist in der gefestigten Demokratie Deutschlands nicht in Gefahr. Größere Unterschiede zwischen Ost und West bestehen bei der Frage nach dem Sozialismus-Verständnis: Im Osten gilt der Sozialismus einer großen Mehrheit ununterbrochen seit 1990 als gute, freilich schlecht ausgeführte Idee, im Westen halten sich Befürworter und Gegner die Waage, und – damit zusammenhängend – bei dem Gleichheits- beziehungsweise Freiheitsverständnis. Zur Auflösung der Fußnote[25] Die Soziale Marktwirtschaft findet in den neuen Bundesländern sozialisations- und situationsbedingt weniger Unterstützung als in den alten. Allerdings haben sich dort – "rotes Brandenburg", "schwarzes Sachsen" – schnell spezifische Regionalkulturen herausgebildet. Zur Auflösung der Fußnote[26] Von "dem" Osten (von "dem" Westen ganz zu schweigen) kann darum heute keineswegs mehr die Rede sein. Zur Auflösung der Fußnote[27]

Nicht wenige in den neuen Bundesländern vermissen die "sozialen Errungenschaften" der DDR, rufen nach "Vater Staat" und "Mutter Betrieb", der eine Art "Heimat" bot. In der DDR habe größere Hilfsbereitschaft zwischen den Menschen bestanden, wobei, was zuweilen der Vergessenheit anheimfällt, der seinerzeitige Zusammenhalt oft aus der Not geboren war. Im Vergleich zum Westen dominiert Konsensbewusstsein und eine gewisse Konfliktscheu. Damit korreliert das geringere Maß an Lagermentalität. Die Konsequenz: Herkömmliche Links-Rechts-Orientierungen sind schwächer ausgeprägt.

Ostdeutsche sprechen der DDR mehr gute als schlechte Seiten zu – Ostalgie spielt eine Rolle, Zur Auflösung der Fußnote[28] weniger der Wunsch nach einer Rückkehr zu DDR-Verhältnissen. Die Westbindung dürfte angesichts jahrzehntelangen "Trommelns" gegen die "Kriegstreiber" im Osten nicht so tief verankert sein wie im Westen. Aus gegebenem Anlass – etwa beim Kosovo-, Irak-, Afghanistan- oder Ukraine-Konflikt – lassen sich antiwestliche Affekte abrufen.

Wer pauschal die weltoffene Bürgerkultur der alten Bundesländer gegen die Obrigkeitskultur des Ostens ausspielt, bedient Klischees, wiewohl Illiberalität im Osten – etwa gegenüber Minderheiten – stärker entfaltet ist als im Westen. Eine Demonstrationsbewegung wie Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") Zur Auflösung der Fußnote[29] dürfte nicht zufällig im Osten aufgekommen sein. Dieser ist soziokulturell autoritärer und sozioökonomisch linker als der Westen. Damit erklärt sich das eigentümliche Erscheinungsbild von Pegida. Globalisierungskritische Positionen gehen Hand in Hand mit migrationskritischen. Pointiert formuliert: "Abgehängte" wehren sich gegen einen Elitenkonsens, bezogen etwa auf Multikulturalismus und Tendenzen hin zu einem europäischen Bundesstaat. Eine neue Partei wie die Alternative für Deutschland besitzt im Osten ihre Hochburgen.

Gleichwohl: Die neuen Bundesländer sind überwiegend demokratisch konsolidiert. Deutschland ist weiterhin ein "Staat der Mitte" (Jörn Ipsen) mit seiner "Politik des mittleren Weges" (Manfred G. Schmidt). Allerdings fällt im Westen die System- und Demokratieakzeptanz größer als im Osten aus, das Institutionenvertrauen ebenso. Dies kann ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit kaum anders sein.

Folgen der Einheit

In den neuen Bundesländern ist in einigen gesellschaftlichen Bereichen ein Elitenwechsel weithin ausgeblieben, beispielsweise in der Verwaltung. Wer früher "oben" stand, wurde nicht zwangsläufig abgehalftert, und wer heute bestimmte Qualifikationen nicht besitzt (etwa, weil er zu DDR-Zeiten keine politischen Konzessionen machte), ist erneut "der Dumme". In anderen Bereichen dominiert West-Personal, vor allem politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Spitzenposten sind entsprechend besetzt. Ostdeutsche sehen vielfach ihre Biographie als entwertet an, ihre Lebensleistung nicht angemessen gewürdigt: "Im Osten ist das Gefühl, Bürger zweiter Klasse zu sein, über alle Parteiorientierungen hin weit verbreitet." Zur Auflösung der Fußnote[30] Für das als unzureichend empfundene Tempo der wirtschaftlichen Angleichung sind nicht nur bundesdeutsche Politiker und Wirtschaftsbosse verantwortlich, sondern auch die einst maroden Zustände in Ostdeutschland. Manche Fehler waren in dem präzedenzlosen Einigungsprozess, der zudem unter großem Zeitdruck ablief, wohl unvermeidlich. Die "Wohlstandsexplosion" (Klaus Schroeder) im Osten erfährt dort nicht gebührende Würdigung: Maßstab ist allein der "heutige Westen", nicht der "frühere Osten".

Ist es nicht ein schönes Indiz für "Normalität", die Tatsache einer ostdeutschen Kanzlerin und eines ostdeutschen Bundespräsidenten weder zu bekritteln noch zu loben? Das Wort von der "Vereinigungskrise" (Jürgen Kocka), das in den 1990er Jahren grassierte, ist mittlerweile ein Anachronismus. Von 1949 bis zum Mauerbau 1961 sind etwa 2,5 Millionen Menschen aus der DDR in den Westen abgewandert. In der Zeit bis Ende 1989 folgte eine weitere Million. Allein in den 1990er Jahren sind über zwei Millionen Ostdeutsche in den Westen und über eine Million Westdeutsche in den Osten gezogen. Zudem fördert eine Vielzahl an Migranten die demographische Durchmischung.

Einige ostdeutsche Gegenden, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, leiden unter Verödung. Der FAZ-Redakteur Peter Carstens hat 2014 ein trostloses Bild des Ostens gezeichnet. "Eine Bahnfahrt von Berlin nach Dresden: gute Gelegenheit, über die deutsche Einheit nachzudenken. Der Zug schleicht über krumme Schienen. Es geht vorbei an Feldern und Birkenwäldchen. Alles wirkt malerisch und menschenleer. (…) Zwei Diktaturen, zwei Kriege und ein beispielloser Bevölkerungsrückgang haben die Gesellschaft erschüttert und ausgezehrt. In manchen Gegenden der Altmark, der Prignitz oder der Uckermark sieht es heute aus wie im neunzehnten Jahrhundert: weite Felder, arme Dörfer. (…) Vielleicht sollte die Kanzlerin mal wieder mit dem Zug nach Dresden fahren." Zur Auflösung der Fußnote[31] Das ist Schwarzmalerei, auch wenn der Publizist kritikwürdige Zustände einfängt. Helmut Schmidts Diktum vor einigen Jahren, der Osten sei "Mezzogiorno ohne Mafia", vermittelt ein Zerrbild. Und warum muss der Berliner Ethnologe Ulf Matthiesen davon sprechen, ostdeutsche Regionen würden aufgrund des Exodus "versteppen, verblöden und vergreisen"? Zur Auflösung der Fußnote[32] Die zwei Freistaaten im Osten stehen besser da als die beiden Bindestrichländer und Brandenburg, dessen Bevölkerung 1996 die Fusion mit Berlin abgelehnt hat. Es gibt "Ostinseln" des "Aufstiegs", etwa Dresden und Leipzig, wie "Westinseln" des "Abstiegs", etwa das Ruhrgebiet. Werden wir nach weiteren 25 Jahren ein deutschlandweites Nord-Süd-Gefälle haben – und kaum mehr ein Ost-West-Gefälle?

Das Verhältnis zu den nationalen Symbolen ist nicht mehr so verkrampft (man denke an die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land), dies nicht zuletzt dank der deutschen Einheit. Patriotismus ist heute weithin geachtet, Nationalismus hingegen geächtet. Westdeutsche fühlen sich im Vergleich zu den Ostdeutschen eher als Deutsche (und nicht als Westdeutsche), wobei Ostdeutsche bei der Frage nach dem Gelingen des Zusammenwachsens von Ost und West deutlich reservierter sind. Zur Auflösung der Fußnote[33] Ein Plädoyer für eine Separation des Ostens vom Westen oder des Westens vom Osten entbehrt jeglichen Realismus, anders als etwa in Belgien, Großbritannien, Italien, Spanien. Berlin avancierte zur Bundeshauptstadt, der 3. Oktober zum neuen "Tag der Deutschen Einheit" (nunmehr großgeschrieben). Unter dem Gesichtspunkt der Glaubwürdigkeit ist das Votum für Berlin richtig, das für den 3. Oktober nicht. Ausgerechnet in dem Moment, in dem die Ziele der Volkserhebung in der DDR im Jahr 1953 erreicht waren – Freiheit und Einheit –, schaffte der Einigungsvertrag den 17. Juni als Tag der deutschen Einheit ab. Zur Auflösung der Fußnote[34]
Ursachen und Folgen im Vergleich

Die Initiative für das Ende der DDR – der langjährigen diktatorischen wie der kurzzeitigen demokratischen – ging von den bei ihrer Flucht- wie ihrer Demonstrationsbewegung durch westliche Medien Zur Auflösung der Fußnote[35] beeinflussten Menschen in der DDR aus – die Macht der Bilder überlagerte die Bilder der Macht. Sie stürzten das System der Unfreiheit im ersten möglichen Moment, und sie strebten – sofort, unverzüglich – die Einheit Deutschlands an. Beides konnte nur gelingen, weil sich die Sowjetunion dem nicht mehr entgegenstellte. Im Vergleich zu den Ursachen für das Ende der SED-Diktatur (die veränderte außenpolitische Konstellation durch die Sowjetunion Gorbatschows) sind endogene Faktoren (der klare Wille der DDR-Bevölkerung) für das Ende der DDR stärker.

Wer die Folgen des Endes der DDR mit Blick auf Freiheit und Einheit in den Blick nimmt, erkennt eine gewisse Diskrepanz zwischen der Einschätzung im Osten und im Westen Deutschlands einerseits, der im Ausland andererseits. Der Blick von außen nimmt die deutsche Einheit weithin als "Erfolgsgeschichte" wahr und empfindet manche Klage als "Luxusproblem". In Deutschland hingegen wird mehr über die materiellen Kosten der Einheit geredet als über die immateriellen Lasten der Teilung. Richard Schröder, neben Jens Reich und Friedrich Schorlemmer einer der führenden Intellektuellen aus dem Osten, wendet sich gegen die Miesmacher, welche die deutsche Einheit vor allem unter der Rubrik "Pleiten, Pech und Pannen" Zur Auflösung der Fußnote[36] abhandeln, ebenso gegen Gesundbeterei.

Machen wir ein weiteres Gedankenexperiment: Bei den Menschen in der DDR wäre, kurz vor dem Fall der Mauer, als Zukunftsszenario die heutige Situation in Deutschland beschrieben, wohl eitel Freude gewesen; die ökonomische Lage nahm desolate Ausmaße an, die Demonstrationsbewegung höchst riskante Formen. Hätten dieselben Personen elf Monate später, kurz vor der deutschen Einheit, in höchster Euphorie, erfahren, die Lage werde in 25 Jahren so sein wie derzeit, wäre der Missmut groß gewesen. Das Urteil hängt stark vom jeweiligen Ausgangspunkt ab.

Ist durch die deutsche Einheit auch die "alte" Bundesrepublik Deutschland untergegangen? Wer diese Position teilt, benennt neben dem größeren außenpolitischen Spielraum, der militärische Verantwortung einschließt, Tendenzen im Westen, die jenen in den neuen Bundesländern ähneln: den Rückgang der Wahlbeteiligung etwa, die sinkende Zahl der Parteimitglieder, die nachlassende Partizipation in Bürgerinitiativen. Dies sind jedoch gesellschaftliche Prozesse in der gesamten westlichen Welt. Insofern ist der Osten keineswegs ein Vorreiter für den Westen. Es ist weithin zu einer Verwestlichung des Ostens gekommen, nicht zu einer "Verostung" (Arnulf Baring) des Westens. Je weiter wir uns von 1989/90 entfernen, umso klarer zeigt sich: Die DDR, ein künstliches Gebilde, schuf wenig Dauerhaftes.

Aufgaben der hiesigen Politikwissenschaft

Mit Blick auf die Rezeption der friedlichen Revolution 1989 und der deutschen Einheit 1990 fällt das Urteil über die Politikwissenschaft nicht sonderlich positiv aus. Die Geschichtswissenschaft hat ihr vielerorts den Rang abgelaufen. Ich nenne beispielhaft nur je ein (Meister-)Werk: Ilko-Sascha Kowalczuks "Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR" und Andreas Rödders "Deutschland einig Vaterland". Historische Umbrüche derartigen und unerwarteten Ausmaßes rufen naturgemäß zunächst Zeithistoriker auf den Plan, die den Verlauf samt Ursachen und Folgen detailliert nachzeichnen und Mythen korrigieren.

Ein Vierteljahrhundert nach 1989/90 ist es jedoch Zeit für größere politikwissenschaftliche Perspektiven. Ein Titel wie "Die Auflösung der Deutschen Demokratischen Republik", der an ein bahnbrechendes Werk Karl Dietrich Brachers von 1955 zur Weimarer Republik erinnert, ist ebenso ein Desiderat wie ein kategorial überzeugendes Werk zum Systemwechsel 1989/90 in der DDR, auch unter Einbeziehung der internationalen Konstellationen. Die innen- und außenpolitischen Folgen der deutschen Einheit sind politikwissenschaftlich ebenfalls unzureichend analysiert.

Beherzigte die deutsche Politikwissenschaft stärker Maximen ihrer Gründungsväter, gewönne das Fach mehr Ausstrahlung und Bodenständigkeit zugleich. Wie die mit dem Namen von Karl Dietrich Bracher und seinem Nachfolger Hans-Peter Schwarz verbundene "Bonner Schule" gelehrt hat, muss der Unterschied zwischen der Politik- und der Geschichtswissenschaft ohnehin nicht prinzipieller Natur sein. Die Politikwissenschaft hat bei aller Notwendigkeit der Strukturanalyse die Rolle von Persönlichkeiten (wieder) stärker zu erfassen. Zur Auflösung der Fußnote[37] Auch das lehrt die Geschichte der friedlichen Revolution und die der deutschen Einheit. Es gilt, an den großen Wurf Peter Graf Kielmanseggs, der die Zeit bis 1990 doppelsinnig mit "Nach der Katastrophe" einfängt, so die traumatische Vergangenheitsfixierung im westlichen Deutschland betonend, bald anzuknüpfen. Möglicher Titel: "Nach dem Wunder".

Der Beitrag ist eine gekürzte Fassung der Abschiedsvorlesung des Autors am 3. Juli 2014 an der TU Chemnitz.
Pati necesse est multa mortales mala! Die Menschen müssen vieles Üble erdulden!

Minolpirol
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Re: [Umfrage] Möchtest du die DDR wieder?

Beitrag von Minolpirol » 15.07.2022, 23:37

Klar ,es geht hier um eine Frage
"Möchtest du die DDR wieder"

Das ist keine einfache Frage des ob oder wieder weil elementare Geschichtskenntnisse vorraus gesetzt werden müssen
um zu verstehen ,das die DDR gegründet werden musste weil das Vier-Mächte Abkommen und die anderen relevanten
Dinge, andere möglichkeiten tatsächlich nichts anders zugelassen haben.

In diesem Kontex muss die DDR Gründung betrachtet werden ,auch wenn es schwierig und manchmal unfassbar ist.

Das bedeutet selbstverständlich nicht das es ,wie auf den Beiträgen angeführt ,das verhalten,die Entwicklung der DDR
unbedingt den verschiedensten Betrachtungen unterlegen ist die wir zu beachten haben.

Nach nunmehr über 30-Jahren BRD sollte der letzte auch begriffen haben das dieses System eklatant auch an Grenzen gekommen ist die wir alle in der Wirklichkeit ertragen müssen und dieses Forum gerade an dieser Frage Bedeutung
zukommt welche nicht gewürdigt wird.

Alle welche die DDR zu ertragen hatten oder sehr gut damit klargekommen sind ,Verantwortungsträgern und Betroffenen
muss klar sein ,das selbst nach dem Untergang eines Systemes,namentlich der DDR ,eigentlich angesichts der Geschichte
zwar etwas verloren gegangen ist was wir als -wertvoll verloren haben weil wir es nicht als wertvoll erachtet haben-auch nur eine Randnotiz bleiben wird die in der Erinnerung verloren geht weil es so gewollt ist.

Die ewige Auseinandersetzung zwischen gut und böse,der ewige Kampf zwischen Versuch und Irrtum,alle Gesellschaftlichen System sind gescheitert ,besonders jene mit der Endung "mus" hat nie ein Ende weil die Menschen das nicht wollen oder können.

Schaut euch doch einmal an was Politiker zu sagen haben:

Zitat Merkel:


Quelle: https://www.welt.de/politik/article6768 ... el-an.html
Zitat Merkel:
“Politik ohne Angst, Politik mit Mut – das ist heute erneut gefragt. Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.
Quelle: Focus: https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 62773.html am 25. Februar 2008 Mitschnitt 2008
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/13625 ... s-das-was/

Zitat Merkel:
“Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.”
Quelle: https://www.bz-berlin.de/artikel-archiv ... olt-brecht
Zitat Stoiber :
„Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber“
Quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 4032b1fc23
Zitat Stoiber :
“Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen.
Quelle :https://beruhmte-zitate.de/zitate/13554 ... gewahlt-u/
Pelzig unterhält sich, 20. Mai 2010, youtube.com
Zitat Seehofer :
„Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden "

Quelle: https://pranger.tnn-online.net/spd-gabr ... erden-mus/
Zitat Gabriel :
Dem Fernsehsender N24 sagte Gabriel: „Das ist wirklich Pack und Mob, und was man da machen muß, man muß sie einsperren.” Weiterhin sagte der SPD-Chef: „Diese Leute haben mit dem Land Deutschland, wie wir es wollen, nichts zu tun.”
Quelle :https://www.manager-magazin.de/unterneh ... 26811.html
Zitat Schröder :
"Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft." Wer arbeiten könne, aber nicht wolle, könne nicht mit Solidarität rechnen.
Quelle: https://www.jungewelt.de/bibliothek/zitat/?id=98
Zitat Müntefering :
Zitat des Tages vom 12.05.2006
"Wer arbeitet, soll etwas zu essen haben, wer nicht arbeitet, braucht nichts zu essen."
Quelle: https://www.bundespraesident.de/SharedD ... _Rede.html
Zitat Wulf :
Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.
Quelle :https://www.freitag.de/autoren/fhp-frei ... -politiker
Zitat Westerwelle:
FDP-Chef Guido Westerwelle:
"Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit und Hartz IV-Empfänger sind eine Gruppe, die anstrengungslosen Wohlstand genießt, und bezeichnete diesen Zustand als "spätrömische Dekadenz"
Im übrigen die ganze Seite:
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/fhp-frei ... -politiker
Das sagen und denken "eure Volksvertreter" über euch..."Hartzer"
1) Henner Schmidt, FDP-Fraktionsvize:
"Hartz-IV-Empfänger sollen Ratten jagen"
2) SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering:
"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" (Nazispruch u.a. von Adolf Hitler)
3) Altkanzler Gerhard Schröder:
"Es gibt kein Recht auf Faulheit"
4) FDP-Chef Guido Westerwelle:
"Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit und Hartz IV-Empfänger sind eine Gruppe, die anstrengungslosen Wohlstand genießt, und bezeichnete diesen Zustand als "spätrömische Dekadenz"
5) Michael Glos, CDU Bundesminister für Wirtschaft und Technologie:
"Arbeitspflicht für alle Arbeitslosen muss eingeführt werden"
6) Genozidsforscher Professor Dr. Gunnar Heinsohn:
"Man müsse der Unterschicht den Hahn zu drehen, denn nur ein ungeborenes Kind aus diesem Milieu, ist auch ein gutes Kind, denn es schlägt einem schon keinen Baseballschläger den Kopf"
7) Grünenpolitikerin Claudia Hämmerling:
"Hartz IV Empfänger könnten als Hundekotkontrolleure eingesetzt werden".
8) Vorstandsmitglied der Bundesbank, Thilo Sarrazin (SPD):
"Finanznot wäre angeblich nicht das zentrale Problem bei Hartz IV-Beziehern, sondern ihr übermäßiger TV-Konsum, ihre Wortarmut und Fettleibigkeit".
9) CDU-Philipp Mißfelder:
"Kinder von ALG II BezieherInnen solle es keine Anhebung des Regelsatzes geben, denn diese Maßnahme würde ja nur zu einer Absatzsteigerung führen bei Alkohol- und Tabakindustrie".
10) FDP-Dr. Oliver Möllenstädt:
"Die Empfängerinnen würden das Geld eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als es in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren".
11) CDU-Vorsitzender Roland Koch:
"Hartz IV eine "angenehme Variante” des Lebens und fordert eine Arbeitspflicht für Arbeitslose zur Not in Billig-Jobs".
12) Wolfgang Clement SPD ...
"vergleicht Hartz IV Empfänger mit Parasiten".
13) Heinz Buschkowsky Ex-Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln und seit 1973 Mitglied der SPD:
"Elterngeld sei Fortpflanzungsprämie für die Unterschicht"
14) Gesundheitsexperten, Peter Oberender:
"Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, so muss er seiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen dies zu sichern".
15) Frank Steffe CDU-Politiker:
"Hartz IV-Familien" die Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket nicht wollen, weil diese sich nicht "zu Bargeld machen lassen" "Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen."
16) Die bayrische Arbeits- und Sozial-ministerin Christine Haderthauer (CSU):
Fordert härtere Sanktionen bei Hartz IV. Nach ihrer Ansicht gebe es bei Hartz IV noch "zu wenig Leidensdruck" für die betroffenen Menschen.
17) Dr. Dietmar Bartsch, Die Linke:
"In Zeiten schlechter Wahlergebnisse die Mandate knapper seien, würden sich die Abgeordneten der Linkspartei um die Posten streiten wie "die Hartzvierer um den Alkohol" (Er entschuldigte sich allerdings als einziger hinterher dafür)
18) Ehemaliger Hessischer Justizminister
Dr. Christian Wagner:
"Die elektronische Fußfessel bietet damit auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance, zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden. Viele Probanden haben es verlernt, nach der Uhr zu leben, und gefährden damit gerade auch ihren Arbeitsplatz oder ihre Ausbildungsstelle. Durch die Überwachung mit der elektronischen Fußfessel kann eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden".
19) FDP-Politiker Lars Lindemann meint,
dass Sozialhilfe-Empfänger aus der City ziehen müssen, denn - "man könne nicht den Ehrgeiz haben, Botschafter und Hartz-IV-Empfänger in einer Straße unterzubringen. „Jemand, der von Sozialhilfe lebt, kann nicht denselben Anspruch haben, wie jemand, der sein Geld selbst verdient"!
20) Bundestagsabgeordnete und Jurist Stephan Stracke, CDU/CSU meint:
"Erwerbslose seien faule Krippel".
21) In einem Interview gibt der scheidende Vorsitzende des Vermieter-Arbeitskreises "Stadtspuren", Ulf Hahn, zu, dass durchgespielt wurde:
"wie es wäre, alle Potsdamer Hartz-IV-Empfänger" umzusiedeln und in leer stehenden Plattenbauten unterzubringen.
Auf Nachfrage gibt er zu, dass dieses Gedankenspiel zwar "absurd" sei, aber angesichts der Tatsache, dass in Potsdam "jährlich 2.000 Menschen zuziehen" und es an entsprechenden Wohnungen mangele, sei "querdenken" erlaubt und Lösungen müssten gesucht werden.
Durch eine Umsiedlung der Hartz-IV-Empfänger, so Hahn, würden dann wieder Wohnungen in Potsdam frei und "die Umgesiedelten hätten es von Brandenburg/Havel auch nicht allzu weit nach" …
22) Jobcenter Pinneberg:"Hartz IV-Empfänger sollen zum Sparen Leitungswasser trinken, auf Fleisch verzichten und ihre Möbel verkaufen".
23) BILD-Zeitung, nennt Betroffene u.a. : "Hartz IV Schmarotzer" + "Sozialschmarotzer" und "faule Stütze-Empfänger"
Volksverhetzung dieser Art, hat 1933 zum Krieg geführt!


Reicht nicht die Realität und die Offenbarungen welche unsere selbstgewählten Politiker den Menschen machen um es nicht zur Kenntniss zu nehmen ?

Ich befürchte ,das in dieser Zeit die EU ,die Nato,die USA ,dieses System einen Krieg mit Russland provoziert,auch das wäre fast logisch in Betrachtung der Realität.

Aber das ist ein anderes Thema.
Pati necesse est multa mortales mala! Die Menschen müssen vieles Üble erdulden!

Minolpirol
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Re: [Umfrage] Möchtest du die DDR wieder?

Beitrag von Minolpirol » 21.07.2022, 23:05

Feci quod potui, faciant meliora potentes!

Ich habe gemacht, was ich konnte, mögen die es besser machen, die dazu imstande sind!
Pati necesse est multa mortales mala! Die Menschen müssen vieles Üble erdulden!

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